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Gutbrod Superior Sport Roadster ( 1952 )
Die
Geheimnisse der Zeit
Im
Jahre 1949 beschloss die Firma Gutbrod zukünftig auch Personenwagen
zu fertigen. Hinsichtlich des Namens erinnerte man sich an die
Firmengeschichte der Vorkriegsjahre und ließ das Wort Superior
wieder aufleben. Der erste, 1950 bereits in Serienfertigung hergestellte
Typ hieß dann auch Superior 600.
Für eine Erweiterung des PKW-Sortiments war die Geschäftsführung
dann aber wesentlich zögerlicher in ihrer Entscheidung. Hintergrund
dürfte die Überlegung gewesen sein, dass sich aufgrund
der dünnen Finanzdecke das Gutbrod-Werk keinen Modell-Flop
leisten durfte. Wie schwierig dieses Terrain war, musste das schwäbische
Werk auf der Frankfurter Messe 1950 erfahren, als ein ausgestellter
Prototyp nur sehr wenig Begeisterung auslöste. Als Lehre
aus dieser Fehleinschätzung zog Firmeninhaber Walter Gutbrod
die Konsequenz, für ein weiteres Modell einen renommierten
Karosseriebauer mit ins Boot zu holen.
Mit
der Firma Karosseriebauer Wendler fand Gutbrod sogleich einen
Renommierhersteller, der sich schon in den 1930er mit erstklassigen
Designformen für Edelhersteller wie Maybach oder Bugatti
einen guten Ruf erarbeitet hatte. Auch der gewählte Name
für das Modell sollte dies zum Ausdruck bringen – Superior-Sport.
Die geübten Handwerker bei der Firma Wendler in der Reutlinger
Lederstraße formten ein Blechkleid für Gutbrod, das
von langen, flachen Rundungen beherrscht wurde. Im Gegensatz zum
produzierten Gutbrod-Kleinwagen glich die neue Form mehr einem
ausgewachsenen Auto, als dass sie an einen Kleinwagen erinnerte.
Vor allem die lang ausgeführte Motorhaube mit dem integrierten
rundlichen Kühlergrill wirkte ästhetisch überaus
gut gelungen. Der Roadster besaß kein Dach, sondern nur
ein angeknüpftes Stoffverdeck mit einer Heckscheibe aus Kunststoff.
Der neue, hauseigene Zweizylinder-Zweitakter mit knapp 700 cm³
Hubraum übertrug seine Leistung über ein Drei-Gang Getriebe
auf die Vorderradachse. Der Motor gab eine Leistung von 30 PS
ab. Der Roadster brachte das Gewicht von 780 kg auf die Waage
und dies sollte für eine Höchstgeschwindigkeit von 125
km/h reichen.
Im
Jahr 1952 folgte die Produktionsaufnahme, doch nach nur zwölf
gefertigten Exemplaren - andere Quelle nennen bis zu 20 Fahrzeuge
- folgte der Produktionsstopp. Die genauen Gründe sind nicht
überliefert. Es kursiert die Angabe, dass der Verkaufspreis
mit 8.000 DM zu hoch gewesen wäre und andere Autoren meinen,
dass die Firmenleitung das Fahrzeug als zu schwer empfand und
deshalb die Fertigung beendete.
Gutbrod Superior Sport Roadster ( 1952 )
The
Secrets of Time
In
1949 the company Gutbrod decided to enlarge its product range
by starting the own production of automobiles. Regarding the type
designation they remembered their own corporate history and revived
the expression “Superior”. In 1950 Gutbrod presented
its first serial-manufactured automobile – the Superior
600.
Due
to a thin financial ceiling and no room for a flop the leader
board of Gutbrod initially held back when it came to the question
of how to broaden their car range. How difficult the market and
the challenge of meeting costumers needs could be, the Swabians
experienced on a exhibition in Frankfurt as they only got reserved
reactions for their displayed prototype. But firm owner Walter
Gutbrod learned a lesson from this misjudgment and got the renowned
body builder Wendler for the next model on board. Already during
the 1930s Wendler had built up reputation for superb designs for
luxury marques like Maybach or Bugatti. The experienced engineers
of Wendler shaped a car body, which was dominated by long and
flat curves. Also the chosen name “Superior-Sport”
should emphasize this. Esthetical and remarkably well done was
the long hood with its integrated roundish grill. The new shape
definitely looked more like a “full-grown” car, compared
with the subcompact Superior 600. The new roadster was fitted
with a fabric soft-top and a plastic rear window. The new, in-house
built 2-cylinder two-cycle engine with almost 700 cc transferred
its power on the front axle through a three-speed gear. The engine
produced a power of 30 HP and due to its weight of 780 kg the
Gutbrod Superior Sport Roadster could reach a top speed of 125
km/h.
In
1952 production of the roadster started, but after only 12 manufactured
cars – other sources believe 20 vehicles – production
was resigned. The precise reasons are not known, but according
to unconfirmed rumors the car was with its 8.000 DM (former German
currency) buying price too expensive and in addition the leader
board considered the car as too heavy.
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